Wissenswertes im Aikido

Häufige Fragen

Ist Aikido für jedes Alter geeignet?
Körpergrösse, Muskelkraft oder das Geschlecht spielen im Aikido keine Rolle. Im Aikido Meilen trainieren Frauen und Männer jeden Alters. Für den Einstieg sind auch keine Vorkenntnisse nötig. In unserem Dojo führen wir Erwachsenen- und Kindertrainings.

Was unterscheidet Aikido am meisten von anderen
Kampfkünsten?
Im Aikido bewegen wir uns miteinander. Angriffsenergie und Verteidigung verschmelzen zu einer gemeinsamen und harmonischen Bewegung (Ai). Aikido ist gewaltlos. Es gibt keine Wettkämpfe.

Wenn ich mit Aikido beginne, muss ich bereits
einen Gi (Trainingsanzug) besitzen?

Zu Beginn genügt eine Trainerhose und ein T-Shirt. Auf den Matten bewegen wir uns barfuss. Nach dem Einführungskurs trägt der Aikidoka den strapazierfähigen weissen Gi (Trainingsanzug).

Kann ich mich im Aikido verletzen?
Die Verletzungsgefahr im Aikido ist sehr gering. Ein Fussgänger, Fahrradfahrer oder Autofahrer riskiert eher eine Verletzung. Zudem schult Aikido die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.

Ist Aikido üben teuer?
Aikido ist sehr preiswert. Dies betrifft sowohl den Mitgliederbeitrag (er ist unabhängig davon, wie oft man trainiert) als auch die nationalen und internationalen Lehrgänge oder die Kleidung.

Vertiefende Artikel

Graduierung im Budo

Jeder Gürtel erzählt seine eigene Geschichte von Freud und Leid, von Freundschaft und Missverständnissen, von Erfolg und Misserfolg, von Stärke und Schwäche, Versagen und Schmerzen, eben von allen persönlichen Höhen und Tiefen. Der Gürtel ist das Abbild des Weges, den jeder Einzelne geht. Aus diesem Grund ist es beispielsweise für den Übenden eine grosse Ehre, wenn ein Meister ihm als Anerkennung seinen Gürtel schenkt, der alle Wege seiner Übung, seines Werdens mitgegangen ist.


Trainieren und sich nicht schaden

Dies ist ein Artikel aus "Aikikai Zürich News".

Intensiv Aikido üben und dabei Knie-, Rücken-, Schulter- und andere Probleme des Bewegungsapparates möglichst vermeiden, dafür gibt es bewährte Tipps und Verhaltensweisen. Besonders wichtig sind sie für alle, die nur sporadisch auf die Matten kommen.

 

Wie halte ich mich denn im Alltag?

Zentral wichtig für schadenfreies Üben ist sicher die gute aufrechte Haltung mit entspannten Schultern, ohne übertriebenes Hohlkreuz.

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Wie halte ich mich denn im Alltag?
Zentral wichtig für schadenfreies Üben ist sicher die gute aufrechte Haltung mit entspannten Schultern, ohne übertriebenes Hohlkreuz. Aber das schafft man unmöglich ein ganzes Training lang, wenn man sonst im Alltag schräg und schlaff im Sofa hängt, auf dem Arbeitsstuhl nach zehn Minuten zusammensinkt und mit vornüber hängenden Schultern und gesenktem Blick auf die S-Bahn wartet. «Good Posture» wie es Frank Doran Sensei immer nennt, ist eine 16 Stunden pro Tag-Aufgabe, sobald wir nicht waagrecht im Bett liegen. Damit trainieren wir Dutzende von kleinen, «versteckten» Muskeln, die unbewusst unsere aufrechte Haltung bewirken und festigen. Auf den Matten bekommen eher die grossen, bewusst geführten Bewegungsmuskeln ihre Ration Training ab.

Nie Würgen oder Blocken!
Eine Technik mit roher Kraft «durch reissen» ist immer möglich, wenn der Partner oder die Partnerin physisch schwächer ist. Aber rein körperlich und von der Energie her ist es für beide ganz schlecht. Gelenk- und Muskelschmerzen nach den Training oder am nächsten Morgen sind häufig die Folgen. Vor allem aber ist es kein Aikido! Es widerspricht dem Geist und dem innersten Wesen unserer schönen Bewegungskunst diametral.

Dasselbe gilt für das Ab-Blocken. Das ist bei einer nicht ganz perfekt ausgeführten Technik ein Leichtes. Aber es fährt beiden Beteiligten ganz unangenehm in die Glieder.

Dem Partner angemessenen Widerstand bieten ist eine höchst subtile Kunst und ein Geschenk an ihn oder sie; es sollte immer weich und fliessend geschehen, mit einer zähen Qualität. Niemals ruckartig und stoppend, weil sonst das Ki blockiert und verklemmt wird. Wer einigermassen darauf sensibilisiert ist, empfindet das als sehr unangenehm und negativ.

Nicht den Rücken beugen, sondern die Knie
Was man sehr häufig sieht und sehr rückenschädigend ist: Bei Ikkyo bis Yonkio als Uke in der Lendenwirbelsäule abknicken und die Beine mehr oder weniger gestreckt halten, weil’s halt bequemer ist. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern belastet die Bandscheiben im unteren Rücken ganz enorm. Es ist auch vom Aikido her falsch, weil Uke die Verbindung zum Tori verliert und das «Gespräch» des Übens abbricht. Also: Bend your knees! Um mit Frank Doran Sensei zu reden. Das gibt mit der Zeit richtig starke Beinmuskeln, und die braucht man sowieso fürs Weiterkommen auf unserem Weg. «Squatting», also mit geradem Oberkörper in die Knie gehen, ist in allen Kampfkünsten zentral wichtig.

In der Achse arbeiten, immer!
Aufrecht bleiben, Kopf hoch, den Blick auf die fernen blauen Berge gerichtet. Mit den Füssen die eigene Stellung andauernd und fein regulierend so verändern, dass die Hände und Arme immer vor der eigenen Mittellinie arbeiten – ein Thema, an dem man lebenslänglich arbeiten kann und das dem Körper viele unnötigen Überlastungen erspart. Sobald die Arme nach aussen und hinten wandern und wir Kraft drauf geben, ergibt das ganz schädliche Hebelkräfte, die in die Schultergelenke, den Rücken und den Hals einschiessen. Und wer als Tori die Wirbelsäule in wilde Krümmungen verbiegt, während noch ein Uke an den Armen hängt (z.B. bei Iriminage Ura), mutet seinen Bandscheiben enorme Belastungen zu, die sie auf Dauer nicht unbeschadet überstehen.

Sich Hilfe holen, bevor es ganz schlimm wird
Knieschmerzen, Rückenschmerzen, Schulterbeschwerden, Muskelschmerzen und Bewegungseinschränkungen nicht einfach übergehen und denken «das kommt dann schon irgendwie wieder». Das geht vielleicht zehnmal gut, und dann ist der bleibende Schaden da! Lieber frühzeitig zum Hausarzt gehen und sich eine gute Physiotherapie oder Akupunkt-  oder Triggerpunktmassage verschreiben lassen. Diese Fachleuten können einem auch sehr gute Tipps geben, wie man ein Wieder auftreten oder eine Verschlimmerung vermeiden kann.

Auf den Körper lauschen
Wie fühlt sich mein Körper an auf dem Heimweg vom Training; am nächsten Morgen? Tut es irgendwo weh? Wo bin ich steif; welche Bewegungen sind schwierig? Diese Dinge nicht einfach übergehen, sondern genau beobachten und sich dann überlegen: Was habe ich im Training davor alles gemacht? Was war wohl die Ursache? So kann man sich mit der Zeit ungünstige «Bewegungs-Mödeli» abtrainieren und positiv verändern.

Altersgerecht üben und die Tagesform beachten
Natürlich macht es Spass, im Aikido die eigenen Grenzen auszuloten und vielleicht sogar etwas weiter hinaus zu schieben. Aber nie so, dass der Körper dabei Schaden nimmt. Dazu muss man gut auf die Tagesform achten und die eigenen alters-entsprechenden Möglichkeiten realistisch einschätzen (unsere Lehrenden helfen gern dabei!). Vor jedem Training subtil zu spüren versuchen: Wie bin ich heute drauf? Eher steif und unsicher oder weich, beweglich und fit? Soll ich eher langsamer trainieren und mir entsprechende PartnerInnen suchen. Oder liegt eine sehr dynamische Sequenz drin, bei der ich an meine Grenzen gehe und mich mal tüchtig fordere. Dazu gehört auch, rechtzeitig zu spüren wenn man erschöpft ist und die Konzentration nach lässt. In diesem Zustand sollte man nichts mehr riskieren, weil der Körper jetzt nicht mehr zu schnellen spontanen Korrekturen fähig ist. Fehlbewegungen entstehen aber auch oft, wenn die Gedanken noch beim Alltag sind und man nicht richtig bei der Sache ist.

Ziel der ganzen Übung: Mehr Freude, Begeisterung und Fortschritte, weniger Schmerzen, Schäden und Gelenkprobleme!

 


Der Hakama

Vermutlich haben alle der Leser bereits einmal einen Aikidoka beim Zusammenlegen seines Hakamas beobachtet und sich gefragt, warum sind da gerade genauso viele Falten drin, wie eben drinnen sind (es sind übrigens sieben, fünf vorne und zwei hinten). Dazu gibt es nun sehr viele verschiedene Meinungen. Oft liest man, dass jeder Falte eine Tugend eines Samurais zugeordnet ist.

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Oft liest man, daß jeder Falte eine Tugend eines Samurais zugeordnet ist (chugi=Treue, Hingebung, Harmonie; gi=Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit; jin=Wohlwollen, Güte, Menschlichkeit, Barmherzigkeit; makato=Wahrheit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit; meiyo=Ehre, Ruhm, Perstige; rei= Etiquette; yuki=Tapferkeit). Allerdings hat sich im Laufe der Geschichte die Anzahl der Falten und sicher auch ihre Bedeutung geändert. Wobei es jedem selber überlassen bleibt zu glauben, was nun seine Falten für Bedeutungen haben. Spätestens wenn man das erste mal mit den Falten seines Hakamas kämpft, lernt man wenigstens die Tugend der Geduld und je nach Temperament auch der Mäßigung. Wenn man dann schon etwas erfahrener im Zusammenlegen ist, dann hat man auch noch Zeit, sich kommunikativ zu bilden. Also hat der Hakama immer ein wenig vom Lehrer in sich selbst.


Sensei

Der Begriff Sensei wird im Bereich des Budo/Bujutsu (japanische Kampfkünste) für einen Lehrenden/eine Lehrende benutzt. Im traditionellen Verständnis bedeutet diese Bezeichnung „Lehrer des Weges“, der sein Wissen an die Schüler weitergibt und die nötigen Impulse für ihren Fortschritt setzt. Er ist derjenige, der sich bereits auf dem Weg (do) befindet und der den Schülern den Weg zum eigenen Sehen zeigt. Den Titel tragen normalerweise die Träger eines schwarzen Gürtels. In heutigen Dojos spricht man eher vom „Trainer“ oder „Übungsleiter“. Für diese Tätigkeit, die auch von fortgeschrittenen Kyu-Graden ausgeübt wird, wird häufig der japanische Ausdruck Sempai („der Ältere“, „der Erfahrene“) benutzt.

 

Zen und Budo

Die Geisteshaltung des Zen zeigt sich in den Wegen der Kampfkünste (martial arts) ebenso wie in den Wegen der schönen Künste (fine arts). Zen und Budo sind ohne einander undenkbar, denn sie haben sich seit achthundert Jahren gegenseitig beeinflusst und gemeinsam weiterentwickelt. Daraus entstand für die edle Elite ein Ehrenkodex, das Bushido, der auch dieser Tage im asiatischen Wirtschaftssystem nach wie vor spürbar ist.
 


Waffentraining im Aikido

Dies ist ein Artikel von Nik Ostertag (ehemaliger Trainer im Aikido Meilen)

Die Verwunderung und die Neugier, der ich gelegentlich im Bus oder im Zug begegne, gilt wohl weniger mir, als der länglichen Tasche, die an meiner Schulter hängt. Und es kommt vor, dass ich vorsichtig nach ihrem Inhalt gefragt werde. Meist lässt sich die Antwort kurz fassen: Aikido, ich bin auf dem Weg ins Dojo ... , ja eine japanische Kampfkunst ... , nein, in der Tasche sind nur ein Stock und ein Übungsschwert aus Holz.

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Als ich allerdings einmal in England einen Polizisten, der mich danach fragte, wissen liess, ich hätte "Waffen" in meiner Schultertasche, brachte er mich in die unangenehme Lage, mein ganzes Gepäck mitten auf der High Street in Birmingham auszubreiten.

Aikido ist nur eine von vielen asiatischen Kampfkünsten, zu deren Training auch der Gebrauch von Waffen gehört. Holzschwerter, Stöcke, Lanzen und Bogen werden in verschiedenen Schulen und Traditionen verwendet, aber auch allerhand besonderes Gerät, dessen Zweck auf den ersten Blick kaum erkennbar wird.

Im Aikido beschränken wir uns auf das Bokken, ein Holzschwert, das gelegentlich auch Bokuto genannt wird, und das Jo, einen ebenfalls hölzernen Stab oder Stock. Das Bokken ist in seiner Form und seinen Massen der Katana nachgebildet, dem aus vielen Filmen bekannten japanischen Schwert. Das Jo ist ein runder Stab, etwa zwei Finger dick im Durchmesser und rund 130 cm lang. Wenn von einem Waffentraining im Aikido die Rede ist - im Gegensatz zu Tai, dem Training mit der leeren Hand - dann sind damit vor allem Übungen mit Jo und Bokken gemeint. Das kurze Tanto, ein Messer aus Holz oder Kunststoff, wird nicht zu den eigentlichen Kampfwaffen gezählt.

Ich habe eben vom Waffentraining im Aikido gesprochen, so als handle es sich dabei um eine zusätzliche Sache, mit der wir uns neben dem eigentlichen Aikido befassen. Das ist eigentlich nicht richtig. Zwischen dem Aikido-Training mit Bokken und Jo und jenem mit der "leeren Hand" besteht kein wesentlicher Unterschied. Beide dienen dem Studium der gleichen Prinzipien, bei beiden handelt es sich um gleiche Praxis, in beiden wiederholen sich die gleichen Bewegungsabläufe, die gleichen Formen. Das wird bei einer ersten kurzen Betrachtung oft nicht genügend deutlich und so kommt es, dass vor allem Anfänger und Anfängerinnen den Eindruck gewinnen, es handle sich bei der Arbeit mit Jo und Bokken um etwas besonderes, das vor allem die Fortgeschrittenen etwas angehe. Doch könnten gerade auch diejenigen, die eben erst mit dem Weg des Aiki angefangen haben, sehr viel vom Waffentraining profitieren. Dafür lassen sich eine Reihe von Gründen anführen:

1. Sehr viele Formen im Aikido haben ihren Ursprung in den klassischen Waffenkünsten. Durch das Training mit Bokken und Jo lässt sich dieser historische Bezug besser verstehen und praktisch nachvollziehen. So stammen zum Beispiel die Angriffe Shomenuchi, Yokomenuchi und Tsuki von den Stössen und Hieben mit dem Schwert ab. Andererseits haben die Bewegungen, mit denen wir auf diese Angriffe reagieren, ebenfalls ihre Entsprechungen in der Praxis der Schwertkünste. Die Arbeit mit dem Schwert ermöglicht es uns daher, besser zu verstehen, wie Aikidotechniken zu interpretieren und wie sie genau durchzuführen sind. Fortgeschrittenen kann das Waffentraining helfen, unterschiedliche Interpretationen von Techniken zu erkennen und die Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Formen zu erfahren.

2. Ob mit Waffen oder ohne, ein wesentlicher Aspekt unserer Kunst besteht in dem was im Japanischen Ma Ai genannt wird, das in einem bestimmten Augenblick gegebene Verhältnis von Distanz und Zeit. Sich in rascher Wiederholung in die und aus der Reichweite einer Waffe zu bringen, schärft das intuitive Gefühl für die Veränderungen der Entfernungen in der Zeit - eine Erfahrung, die auch für das Training ohne Bokken und Jo von entscheidender Bedeutung ist.

3. Ein weiteres Kernelement im Aikido besteht darin, "Öffnungen" zu erkennen. Damit sind die je nach Stellung und Haltung ungeschützten Körperteile gemeint, die durch ein Atemi bedroht werden können. Viele Übungen mit den Waffen beschäftigen sich ausgiebig mit dem Verhältnis von offener und geschlossener Haltung. Dadurch wird nicht nur die Aufmerksamkeit für die Lage des Körpers im Raum geschult, sondern auch ein vertieftes Verständnis für die Funktionsweise der verschiedenen Aikidotechniken gewonnen.

4. Viele eher fortgeschrittene Techniken dienen der Verteidigung gegen einen Angriff mit Jo oder Bokken. Damit diese Techniken dynamisch und sicher geübt werden können, ist es wichtig, dass ein Angriff mit dem Jo oder dem Schwert korrekt erfolgt. Es ist klar, dass das ohne Training mit diesen Waffen nicht möglich ist. Abgesehen davon trägt der Umgang mit Jo und Bokken zum Verständnis des Charakters dieser Waffen bei. Dieses Verständnis hilft mit, einen Schwert- oder einen Stockangriff gemäss den Aikidoprinzipien aufzunehmen und umzuleiten.

5. Im Aikido wird sehr betont, dass die Trainierenden "ohne Kraft" arbeiten sollen. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass wir schlaff und haltlos sein sollen, sondern, dass es im Aikido nicht darauf ankommen soll, ob jemand mit Muskelkraft schwere Gewichte stemmen kann oder nicht. Im Training mit Schwert und Stock spielen Kraft und Gewicht kaum eine Rolle. Dadurch wird das Vertrauen in die körperliche Überlegenheit geschwächt und jenes in die Prinzipien gestärkt. Das hilft mit, ein Verhalten, das auf Konkurrenz beruht, abzulegen und uns eine partnerschaftliche Sicht von Konflikten anzueignen.

6. Die Arbeit mit den Waffen gibt uns die Gelegenheit unsere Reaktionsverhalten und unsere Sensibilität im Umgang mit Anderen in einer Umgebung zu üben, die einerseits herausfordernd und andererseits sehr stark strukturiert ist. Das hat den Vorteil, dass wir genau beobachten können, wie wir uns anderen gegenüber anstellen, welche Gefühle uns dabei beschäftigen und wie andere auf unser Verhalten reagieren.

7. Im Laufe eines Tages berühren wir viel häufiger Gegenstände aller Art, als wir körperlichen Kontakt mit anderen Menschen haben. Jo und Bokken können uns als Studienobjekte dienen, durch die wir sehr viel über unser Verhältnis zur gegenständlichen Welt erfahren.

Dies sind nur einige der Überlegungen, die zeigen, dass das Training mit Schwert und Stock allen Aikidokas gleichermassen von Nutzen ist.

Es ist sicher so, dass wir oft weder die Zeit noch die Aufmerksamkeit haben, uns intensiv mit allen Aspekten unserer Kunst zu befassen. Andererseits gilt aber auch, dass uns ein gutes Verständnis der Grundlagen von Jo und Bokken helfen kann, unsere Aufmerksamkeit zu schulen und unseren Aiki-Weg zu vertiefen. Dann nämlich, wenn wir verstehen, dass der Unterricht in den Waffen dem Training "mit der leeren Hand" zu gute kommt, weil es keinen wesentlichen Unterschied zwischen diesen beiden Arten des Übens gibt.


Sempai-Kohai-Beziehung

Die Sempai-Kohai-Beziehung ist traditionell gesehen eine Anwendung der konfuzianischen „Fünf menschlichen Elementarbeziehungen“ und überträgt dem Sempai die Aufgabe, ähnlich wie unter Geschwistern, den Kohai anzuleiten, gegebenenfalls in Schutz zu nehmen und sich um sein Wohl zu kümmern.

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Den Neulingen gibt er Orientierung und Ratschläge, übt eine Vorbildfunktion aus und übernimmt Verantwortung für seinen oder seine Kohai. So wie der Familienvater, kann man vom Sempai erwarten, dass er bezahlt, wenn man gemeinsam trinken geht. Der Kohai kann sich auf die Hilfe des Sempai verlassen, dem er Respekt und einen gewissen Gehorsam schuldig ist. In Sportvereinen zum Beispiel, und ganz allgemein an traditionellen Schulen, übernehmen die Kohai die Aufräumarbeiten, die ihnen die Sempai delegieren.

In einem Dojo unterstützt der Sempai (der fortgeschrittene Schüler) den Lernfortschritt der Anfänger (Kohai) und achtet auf das rechte Verhalten, den Budo-Geist und das korrekte Einhalten der Etikette. Der Kohai vertraut dem Sempai und übt sich in Bescheidenheit.

Die Sempai-Kohai-Beziehung schafft, sofern ihre Regeln eingehalten werden, positiv verbindliche und „produktive“ menschliche Beziehungen.

Weiterführende Informationen


Aikido Verbände

www.aikido-switzerland.org
2011 gegründeter Schweizerischer Verband

www.mutokukai.org
Europäische Organisation von Stéphane Benedetti und Tiki Shewan

www.aikido-yamada.eu
Yamada Sensei in Europa

www.aikikai.org
Hauptseite des Aikikai - Hombu Dojo


Zum Nachschlagen

www.aikido.ch
Aikido in der Schweiz: Clubs, Verbände, Stages

www.aikido-kompendium.de
Deutsche Informationsseite über Aikido

www.aikidojournal.de
Deutschsprachiges Aikidojournal

www.budo.ch
Budosport Nippon Zürich

www.japanshop.ch
Budoladen und Japanshop

www.ufa-aikido.de/woerter
Aikido-Wörterbuch mit Aussprache zum Mithören

www.dojoguide.ch
Verzeichnis DojoGuide für Kampfkunst und Selbstverteidigung

Büchertipps für Aikido

Budo - Das Lehrbuch des Gründers des Aikido
Morihei Ueshiba
ISBN: 3-921508-57-6

Der Geist des Aikido
Kisshomaru Ueshiba
ISBN: 3-932337-37-9

Aikido Etikette und Weitergabe
Tamura Nobuyoshi
ISBN: 978-3939703501

 

Dein Trainer gibt dir gerne Auskunft zu weiteren Buchtipps.


Befreundete Dojos

www.aikido-fribourg.ch
Dojo von Maasa Burnet Seki

www.aiki-do.ch
Aikido Schule Solothurn

www.aikido-kleinbasel.ch
Dojo in Kleinbasel

www.aikido-rosenheim.de
SHUSOKU Aikido Schule Rosenheim in Bayern


Filme und Bilder

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